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22.04.2026 | Pressemitteilung
Oberflächentechnik FACT für die Umwelt: Adhäsives Beschichtungsverfahren ohne Nasschemie
Weinheim, 22. April 2026. Lassen sich Beschichtungsverfahren so gestalten, dass sie ohne Nasschemie auskommen? Ja. Mit FACT etabliert Freudenberg Sealing Technologies einen neuen, kosteneffizienten und nachhaltigen Fertigungsprozess.
Mit FACT – Freudenberg Adhesive Clean Technology – stellt Freudenberg Sealing Technologies ein neues Verfahren zur Oberflächenbehandlung von Metallteilen vor. Dieses adhäsive Beschichtungsverfahren ermöglicht Verbindungen zwischen Elastomeren und Trägerteilen aus Eisenmetall, Nichteisenmetall und einer Vielzahl an Kunststoffen. Dabei zeichnet sich dieser vollautomatisierte Fertigungsprozess vor allem durch seine ressourcenschonende Effizienz und seine Designfreiheit aus. Denn die Werkstoffe lassen sich unabhängig von ihren Schichtdicken und Funktionsflächen beschichten. Dabei schaffen eine uneingeschränkte Schweißbarkeit, elektrische Leitfähigkeit und die Beständigkeit gegen AdBlue™ und weitere Medien eine Vielzahl neuer Einsatzfelder. Mit diesem leistungsfähigen Verfahren können die Oberflächen der Komponenten ohne das Verwenden von Löse- oder Bindemitteln auf mikroskopischer Ebene dauerhaft modifiziert werden. Anschließend sind sie bereit für die Vulkanisierung oder die Anbindung von Elastomeren. Dadurch ergibt sich ein weiterer Pluspunkt dieser neuen Technologie: die gesteigerte Fertigungseffizienz reduziert auf Kundenseite die Total Cost of Ownership (TCO).
Verzicht auf Nasschemie: deutlich verbesserte Ökobilanz, keine Kompromisse bei der Qualität
Bisher war der Einsatz von Nasschemie für die Beschichtung von Metallteilen unerlässlich. „Deshalb haben wir das Thema innerhalb von Freudenberg gemeinsam mit unserer Konzernschwester Freudenberg Technology Innovation konsequent vorangetrieben“, sagt Dominik Langore, Manager Surface Technology EU bei Freudenberg Sealing Technologies, T&I. Mit Erfolg: inzwischen hat sich die intensive Forschungsarbeit bewährt und Marktreife erlangt. Mit FACT werden die Umweltwirkungen des Beschichtungsverfahrens deutlich reduziert. Wichtig für die Ökobilanz der Produkte ist der Verzicht auf den Einsatz von Lösemitteln, die bisher bei den Werkstoff-Rezepten erforderlich waren. Auch die bis zu mehr als 90 Prozent lösemittelhaltigen Bindemittel sind nun nicht mehr erforderlich. Damit wird eine Vielzahl potenziell gesundheits- und umweltgefährdender Stoffe verzichtbar.
Durch das Einsparen dieser Verfahrensschritte verringern sich die eingesetzten Stoff- und Energieverbräuche des Vorbehandlungsprozesses erheblich und das wiederum schlägt sich in einem deutlich geringeren CO2-Fußabdruck der Produktlinie nieder. In einer Ökobilanz wurden die CO2-Emissionen eines Referenz-Prozesses für drei Beschichtungsverfahren getestet. Das Emissions-intensivste Nasschemie-Verfahren wurde als 100 Prozent Referenzwert genommen. Ein Vergleichsprozess mit einem anderen Bindemittel verursachte 65,2 Prozent der Referenz-Emissionen. Mit FACT gelingt es, die CO2-Emissionen auf 1,1 Prozent des Referenzwertes zu reduzieren. Und nicht nur das. Dominik Langore ergänzt: „Durch jeden Prozessschritt, den wir mit unserer neuen Bindungstechnologie einsparen, verringern wir auch die Anzahl der Fehlerpotenziale für den gesamten Fertigungsprozess.“ Mit Blick auf die Lieferkette bietet das neue Verfahren den zusätzlichen Vorteil, dass die benötigten Komponenten frei am Markt erhältlich sind und somit keine Abhängigkeit von einem einzigen Hersteller besteht.
Individuell und Einsatz-spezifisch: FACT erweitert Anwendungsmöglichkeiten
Durch seine exzellente Medienbeständigkeit gegen Öle, Wasser, Wasserstoff (H2) und AdBlue™ erlaubt das FACT-Beschichtungsverfahren den Einsatz von Elastomeren in Kombinationen mit Metallen und Kunststoffen, die bisher nicht möglich waren. Dabei bleibt die Haftung und Flexibilität der beschichteten Metallträger auch bei hohen Belastungen und bei Temperaturen bis -40 °C erhalten, ohne dass sich Mikrorisse bilden. Zudem stellt eine Online-Prozessüberwachung die Rückverfolgbarkeit und Qualität der gefertigten Komponenten sicher.
Mit diesem Verfahren ergibt sich eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten, die nahezu alle motorisierten Antriebs- und Energiespeichersysteme auf den Straßen, auf See und in der Luftfahrt umfasst. Auch der Einsatz in Akku-Technologien – beispielsweise in E-Bikes – ist jetzt realisierbar. Dominik Langore fasst zusammen: „In der engen Zusammenarbeit mit unseren Kunden bringt oft der branchen- und abteilungsübergreifende Austausch die innovativsten Ideen hervor. Mit FACT haben wir eine exzellente Basis geschaffen, um mit einem wegweisenden Bindungsverfahren und neuen Werkstoff-Kombinationen eine Vielzahl widerstandsfähiger Anwendungen zu entwickeln.“
Isolde Grabenauer
Senior Director Communications & PR
Telephone: +49 (0) 6201 960 7467
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